Debian Unstable (SID) installieren
- Posted by bluelupo am 29.07.2010
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Um in den Genuss eines topaktuellen Debiansystems zu kommen muss man Debian aus dem Unstable-Zweig (SID) installieren. Dies birgt die potentielle Gefahr, eines in Teilen nicht mehr benutzbaren System zu bekommen, aber bei ein wenig Erfahrung und Vorsicht beim Upgraden des System ist so ein Fall nur sehr selten präsent.
Da es für SID keinen offiziellen Installer gibt muss man sich auf einen Umweg behelfen das SID-System installieren zu können. Zuerst downloadet man das Netinstall-ISO der Debian Testing Version und brennt dieses Image auf eine CD oder installiert es wie hier beschrieben in einer virtuellen Maschine (Virtualbox) ein.
Fortsetzung:
Mit dem Image wird die Installation ganz normal durchgerführt, d.h. man hat hinterher erst einmal ein Debian Testing System. Eine Besonderheit ist zu beachten, man sollte die Installation im Expertenmodus durchführen, da man hier die meisten Möglichkeiten zur einer individuellen Konfiguration hat. Im Laufe der Installation wird man u.a. auch dem zu installierenden Paketen gefragt, hier bitte nur die Minimalinstallation auswählen. Ansonsten kann alles nach den eigenen Vorstellungen ausgewählt werden. Nach dem ersten Boot des auf die Festplatte installierten Systems müssen die Softwarequellen von Testing auf Unstable umgestellt werden. Dazu verschiebt man die Datei /etc/apt/source.list nach /etc/apt/source.list./debian.list.
--------------------------------------------------------------------------------Update Beginn--------------------------------------------------------------------------------
Um Debian Unstable (SID) auf einer reelen Hardware, also nicht in einer virtuellen Maschine, zu installieren sind zwei Besonderheiten zu beachten. Sind propietäre Firmware's (z.B. für Netzwerkkarten oder WLAN-Chips) nötig um die eigene Hardware zum Laufen zu bekommen müssen die entsprechenden Pakete (linux-firmware-nonfree) auf einen USB-Stick abgelegt werden um während der Installation darauf Zugriff zu haben. Dazu legt man auf einen USB-Stick (FAT Dateisystem) ein Verzeichnis mit dem Namen /firmware an und kopiert die DEB-Pakete (Fehlende Firmware nachladen) hinein.
Mir ist ist es nicht gelungen bei einer Installation via USB-Stick mit entsprechenden firmware-Verzeichnis einen erfolgreichen Zugriff auf die linux-firmware-nonfree zu bekommen. Als Lösung des Problems bietet sich hierzu an das Netinst-ISO auf eine CD zu brennen und nur die linux-firmware-nonfree auf den USB-Stick zu kopieren. In dieser Konstellation konnte ich die Installation erfolgreich weiterführen.
--------------------------------------------------------------------------------Update Ende--------------------------------------------------------------------------------
# mv /etc/apt/source.list nach /etc/apt/source.list.d/debian.list
Jetzt editiert man die Datei debian.list und fügt folgende Zeilen hinzu
deb http://ftp.debian.org/debian/ sid main contrib non-free
deb-src http://ftp.debian.org/debian/ sid main contrib non-free
Alle vorgehenden Zeilen kommentiert man aus oder löscht sie. Nun steht einer ersten Aktualisierung nichts mehr im Weg.
# apt-get update && apt-get dist-upgrade
Mit dem ersten Befehl wird die Paketliste aktualisiert und bei erfolreicher Ausführung im Anschluss ein Dist-Upgrade auf Basis von SID durchgeführt. Um in den Genuss eines aktuelleren Kernel als im Testing-Zweig von Debian zu kommen muss man sich evtl. neuere Kernel installieren. Die Suche nach einen aktuellen Kernel kann wie folgt durchführen.
# apt-cache search linux-image
In diesem Fall wird der Kernel 2.6.32-5-amd64 inklusive Headerfiles installiert.
# apt -get install linux-headers-2.6.32-5-amd64 linux-image-2.6.35-5-amd64
Jetzt ist ein Reboot fällig um den neuen zu aktivieren. Danach hat man ein topaktuelles SID System inklusive frischen Kernel. Im Anschluss sollte man einen Desktop installieren hier im Beispiel den KDE.
# apt-get install kde-standard
Wer ein Problem mit zu geringen Auflösung (nur 800x600) mit der virtuellen Qemu/KVM Maschine hat, sollte versuchen entweder mit dem Kommando.....
# X -configure
....eine xorg.conf zu erstellen oder von einem sidux-Live System (mit Bootparameter xmode=1024x768 gestartet) die Originale /etc/X11/xorg.conf auf die neue VM zu transferieren. Das hilft zur Problemlösung fast immer.
Link:
Minimales ISO zur Installation aus dem Netz Debian Testing Netimages (Übersicht)
Hier im Beispiel verwendetes Netimage debian-testing-amd64-netinst.iso (64Bit)









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